Leseprobe für "Erschöpfung und Burnout"



Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell:

Stress als Auslöser von psychischen Erkrankungen


"Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt" meint umgangssprachlich...

... die Grenzen des Erträglichen, Zumutbaren überschreiten 

... jemandes Geduld erschöpfen 

... einen Konflikt endgültig zum Ausbruch bringen 


Wann ist Ihr Fass zuletzt übergelaufen?

Das wird in diesem Kapitel mithilfe des Fassmodells erklärt. Das Modell kann uns dabei helfen, uns sowohl die Ursachen unserer Erschöpfung bewusst zu machen als auch unsere Ressourcen. Diese Erkenntnisse können uns wiederum dabei unterstützen, die Ursachen zu beheben oder Energiequellen mehr zu nutzen und zu erweitern.  

Denn eine psychische Diagnose sagt zunächst nichts darüber aus, WIE es zu den Beschwerden gekommen ist, sondern sie beschreiben nur die Symptome. Und das "Fassmodell" beziehungsweise "Vulnerabilitäts-Stress-Modell" versucht genau hier anzusetzen.


Wie kommt es dazu, dass man eine Symptomatik und psychische Störung entwickelt?

Das Fassmodell sieht Stress als Hauptursache. Wie schnell unser Fass dann aber überläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

  • Von unserer Vulnerabilität, also der Anfälligkeit für die Entwicklung bestimmter psychischer Störungen (= die Größe unseres Fasses),
  • von den Stressoren, von denen wir umgeben sind (= die Tropfen, die unser Fass füllen) und
  • von unseren Ressourcen und Handlungen, die wir unternehmen, um unser Fass regelmäßig zu leeren, damit es nicht überläuft (= Wasserhähne).

 

Diese Begriffe werden im Folgenden nochmal verständlicher erklärt. 



Lesebeispiel 2, Seite 3
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